Ostern schon was vor? Ich schon, nach diesem Interview hätte ich meine Pläne aber fast umgeworfen. Vielleicht setzt ihr euch ja auf euer (E-Lasten)Rad und schafft Schokolade emissionsfrei von Amsterdam nach Deutschland. Das haben nämlich die Teilnehmer der Schokofahrt 2018 vor. Auch Eric-Poscher Mika tritt in die Pedale. Er hat mir erzählt, was hinter der Aktion steckt – und wie man an die Schokolade kommt.

Eric, was ist die Idee hinter der Schokofahrt?

Wir möchten für nachhaltige, klimaschonende Mobilität und bewussten Genuss werben. Außerdem möchten wir zeigen, was mit Fahrrädern und Transporträdern alles möglich ist. Alles ist privat organisiert und ohne kommerzielle Hintergedanken.

Und aus diesem Grund befördert ihr Schokolade?

Ja, und zwar fair gehandelte und fair transportierte Schokolade. Die Kakaobohnen stammen aus der Dominikanischen Republik. Ein Segelschiff transportiert sie emissionsfrei nach Amsterdam, wo die Manufaktur chokolatemakers die Schokolade herstellt. Für den restlichen, CO2– neutralen Transport sorgen dann wir. Das zeigt, wieviel Aufwand die Produktion und der Transport von guter, fair gehandelter Schokolade eigentlich macht.

In der Manufaktur in Amsterdam wird aus den Bohnen Schokolade. Foto: Simon Chrobak/Lasse- Dein Lastenrad für Münster

In der Manufaktur in Amsterdam wird aus den Bohnen Schokolade. Foto: Simon Chrobak/Lasse- Dein Lastenrad für Münster

Gestartet wurde die erste Schokofahrt in einer echten, deutschen Fahrradstadt…. 

Richtig. Die erste Schokofahrt ist vergangenes Jahr in Münster gestartet, initiiert von der freien Lastenradinitiative Lasse. Die Idee geht zurück auf andere Langstrecken-Touren mit ähnlichem Hintergrund, Rumfahren von Den Helder nach Leipzig 2013 zum Beispiel oder die Kaffeefahrt 2014 mit fünf Radfahrern. Bei der ersten Schokofahrt im Frühjahr 2017 waren vier Radfahrer dabei, letzten Herbst schon 26.

In diesem Jahr sind es noch mehr – über 100 Menschen machen sich aus 33 Städten in Deutschland und Österreich auf den Weg. Wie läuft das ab?

Wir fahren in Gruppen von verschiedenen Startpunkten aus nach Amsterdam, holen dort die Schokolade ab und bringen sie dann wieder mit. Die lokalen Fahrradgruppen sind alle privat und organisieren sich selbst. Es gibt mehrere Routen. Während NRW und Niedersachsen von Amsterdam aus direkt angesteuert werden, werden weiter entfernte Städte über mehrstufige Staffeln versorgt. Eine dieser Staffel-Routen geht zum Beispiel über Oldenburg nach Berlin, die Süd-Route über Köln, Stuttgart und Ulm nach München und Dornbirn in Österreich.

Kann man sich noch anschließen?

Das ist sicher möglich, hängt aber auch ein bisschen davon ab, ob noch Unterkünfte verfügbar sind. Die werden größtenteils nämlich auch von Unterstützern gestellt. Wer Interesse hat, sucht auf der Karte auf unserer Webseite eine Gruppe in der Nähe und kontaktiert den jeweiligen Ansprechpartner. Dann erfährt man alles weitere. Auch über Facebook sind wir zu erreichen. Aktuell werden besonders für die Abschnitte von Köln nach Stuttgart noch Mitradelnde gesucht!

Und zum Schluss die wichtigste Frage: Wie komme ich an die Schokolade?

Wir bringen die Schokolade zu unseren Verkaufsstellen in Deutschland und Österreich. Das sind meist Bioläden, ein paar Cafés, Unverpackt-Läden, Weltläden oder Transportradläden, die das Projekt damit ideell unterstützen.

 

Und für alle, die sehen wollen: Das Youtube-Video von pedalkultur liefert Eindrücke von der Schokofahrt und macht Lust auf mehr! Nix wie rauf auf’s Rad 🙂

Beitragsfoto: Simon Chrobak / Lasse – dein Lastenrad für Münster