Jährlich besteigen rund 60.000 Touristen den Kilimandscharo. Auch Adrian wollte das Dach Afrikas erobern, aber seiner Geschichte ganz besonderen Glanz verleihen. So reifte im Rahmen seines Volcanic Seven Summits Projects  (die höchsten Vulkane der sieben Kontinente zu besteigen) die Idee, den Berg mit dem E-Bike zu besteigen. Zwar wurde der Kilimandscharo zuvor schon mit dem Fahrrad befahren, aber eben noch nie mit motorisierter Unterstützung:

„Da ich gerne Neuland betrete und mich neuen Herausforderungen stelle wusste ich sofort, das ist mein Projekt.“

Knapp 6 Kilometer steil bergauf

Adrian Rohnfelder ist Landschafts-, Reise- und Abenteuerfotograf. Schon als Kind war die Kamera sein steter Begleiter. Dabei hat Adrian sicher schon einige Höhen und Tiefen erlebt – doch einer seiner größten Höhenflüge hatte er wohl mit seinem Ritt auf dem Kilimandscharo. Ganze 5.895 Höhenmeter galt es zu erklimmen – bei einer Strecke von rund 39 Kilometern.

Der Fotograf hatte sich zusammen mit seinem Freund und Begleiter Roman Schuster ins Abenteuer gestürzt und zusätzlich noch ein 14-köpfiges Team dabei: Ohne zuverlässigen Guide und starke Träger wäre das Abenteuer wohl nicht so erfolgreich verlaufen. Sein T-Shirt mit der Aufschrift „Ohne Akku ist alles doof “ fasst da die Probleme recht gut zusammen. Dieses hatte er  spaßeshalber nach seiner Heimkehr geschenkt bekommen.

Der Anfang gestaltete sich nämlich recht holprig, denn die Akkus wurden erst nach zehntägigem Bibbern und Bangen nachgeliefert. So fiel der Startschuss quasi an dem Tag, an dem Adrian und Roman schon wieder nach Hause aufbrechen wollten. In Afrika sieht es eben eher schlecht mit einer Sendungsverfolgung oder einem E-Bike Shop aus.

Hand in Hand zum Ziel

Doch dann haben sie sich auf den Weg gemacht, um das zu schaffen, was noch kein Mensch vorher versucht hat: Den Kilimandscharo mit dem E-Bike erobern. Dank Bikes war der Aufstieg nicht so mühsam, wie für normale Biker oder gar Wanderer. Dank motorisierter Räder lief es sogar recht entspannend. Auf dem Weg nach oben wurden sie sogar von Touristen, wie auch Einheimischen direkt begeistert wahrgenommen:

„Wir haben uns teilweise wie Popstars gefühlt! Überall wurden wir mit unseren Rädern umringt, befragt, bewundert und fotografiert.“

Vorbereitungen und Helfer für den Kilimandscharo Aufstieg

Foto: Adrian Rohnfelder

Dies konnte die Biker regelrecht beflügeln. Dennoch gab es Teilstrecken, auf denen das Team die über 20 Kilogramm schweren Bikes tragen musste. Problematisch waren dabei vor allem die letzten Höhenmeter:

„Bei einer hochprozentigen Steigung, dünner Höhenluft und rutschigem Untergrund mussten wir die Bikes Huckepack nehmen und zum Kraterrand hinauftragen“.

Zwar war die Strecke mit drei Kilometern vergleichsweise nicht sehr weit, doch die Kombination aus steilem Aufstieg und dünner Luft verlangten der Crew alles ab. Dank guter Zusammenarbeit hat das Team den Gipfel dennoch nach einem sechstägigem Aufstieg (Akklimatisierungszeit inbegriffen) erreicht. Dies war das absolute Highlight der Tour: Der sagenhafte Ausblick auf dem Kilimandscharo und die Gewissheit ein absolut einmaliges Erlebnis mit nach Hause zu nehmen.

Keine Ahnung von E-Bikes

Kleiner Funfact: Adrian hatte noch nie zuvor auf einem E-Bike gesessen auch auch die Erfahrungen mit einem Mountainbike waren eher mäßig. Ob das klappen konnte? Kann ein Mountainbike überhaupt so einen steilen Berg erklimmen? Wie können E-Bikes samt Akku überhaupt an Ort und Stelle gebracht werden? Wie fotografiert man überhaupt am besten während der Fahrt? – waren nur einige Fragen, die sich Adrian dabei gestellt hat.

Um sich auf diese Tour vorzubereiten war also eine Menge an Recherchearbeit und Training notwendig. Der Fotograf probierte im Vorfeld verschiedene Kamerapositionen und Einstellungen aus. Außerdem hat er vorab ein Drehbuch ausgearbeitet, um für das fotografische Storytelling gewappnet zu sein.

„Ein Großteil der Fotos entstehen so bereits vor der Tour in meinem Kopf – samt Einstellungen zu Blende, Objektiv und Perspektive“.

Natürlich hat er sich auch einem Technicktraining unterzogen, um auch die steileren Passagen heil zu überstehen. Er hatte sich dabei für ein Scott E-Genius 700 Tuned Bike entschieden. Roman hatte ein 710 Plus dabei – beide Bikes wurden freundlicherweise von Scott zur Verfügung gestellt. Die Akkus – die übrigens an einer Autobatterie geladen wurden – hat Bosch gesponsert.

Wie geht es weiter?

Aktuell treibt sich Adrian in Russland und dem Iran umher, um seiner Leidenschaft Vulkane und außergewöhnliche Landschaften zu frönen. Vielleicht sollte er mal in Susanne Brüschs Fußstapfen treten und sich  der Iceland Challenge stellen ? Doch auch weitere Projekte mit dem E-Bike sind geplant: So möchte er die Atacama Wüste und Kamtschatka auf dem Sattel erkunden. Ein besonders großer Traum ist dabei eine E-Bike Pioniertour in die Antarktis.

Wenn Ihr neugierig auf Adrian geworden seid, besucht einfach mal seinen Blog und die aktuelle Reise nach Russland und in den Iran.

 

Artikelfoto: Adrian Rohnfelder