Gastbeitrag von Pia Thiele

Kein Zweifel: Das Image des Fahrrads ist im Wandel begriffen. Längst sind es nicht mehr nur die Attribute „preisgünstig“, „gesundheitsfördernd“ und „klimaschonend“, die das Radfahren für viele Menschen attraktiv machen. Der hohe Zuspruch auf der Fahrrad Essen, die vom 25. Februar bis 28. Februar stattfand, zeigt: Das Fahrrad ist ein Trend-Produkt.

Allen voran das E-Bike, denn wer aus Bequemlichkeit, Effizienz oder gesundheitlichen Beweggründen auf vollen Muskeleinsatz beim Radeln verzichten möchte – oder muss – ist mit einem Elektrobike gut beraten. „Schnell“, „bequem“, „alltagstauglich“ und „innovativ“ sind die neuen Argumente ambitionierter E-Biker. Kenner der E-Bike-Szene wissen dabei längst, dass die Zeiten der klobigen, niederkapazitären Modelle mit unausgereiftem Design vorüber sind. Und so war die Fahrrad Essen, mit über 80.000 Besuchern, eine Messe optischer Highlights, technischer Innovationen und vor allem: des Anfassens, Ausprobierens und so mancher leidenschaftlichen Kaufentscheidung.

Mehr als eine Fahrradmesse

Wegweiser auf der Fahrrad Essen

Wegweiser auf der Fahrrad Essen

Bei Betreten der Essener Messehalle wurde schnell klar: Fahrrad ist hier nicht gleich Fahrrad – und E-Bike auch nicht gleich E-Bike. Den zahlreichen Fachbesuchern und Endverbrauchern bot sich ein gewaltiges Repertoire an Fahrrädern, von konventionell bis zur technischen Superlative – sowie vielfältige Ausrüstungen und innovative Zusatzkomponenten. Das Rahmenprogramm hielt außerdem Vorträge, waghalsige Parcours-Shows und actionreiche Möglichkeiten zum Probefahren bereit. Wer sich nach diesen Eindrücken ernsthaft für ein E-Bike interessierte oder bereits begeisterter Fahrer war, konnte am Stand der Ammerländer-Versicherung on top die richtigen Informationen zum maßgeschneiderten E-Bike-Sicherheitspaket einholen. Die Fahrrad Essen hielt das Rundum-Sorglos-Paket bereit und zog damit eine breit gefächerte Klientel an: Vom gesundheitsbewussten Rentnerpärchen über technikbegeisterte Sportler hin zu Berufstätigen, Reiselustigen und Alltagsoptimierern auf der Suche nach einem praktischen und komfortablen Gefährt. An jeder Messe-Ecke konnte jede Zielgruppe neue Impulse erhaschen. Zum Beispiel Trends wie das E-Mountainbiking, das sich stark auf dem Vormarsch befindet und ausgereifte Konzepte zur Konnektivität mit mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets. Nicht zuletzt standen auch verbesserte Akku-Kapazitäten, Ergonomie, Sicherheit und Reisetrends im Fokus der Aussteller.

Innovation schlägt Praktikabilität

Ein Blickfang: Das Stromer ST2

Ein Blickfang: Das Stromer ST2

Über die Fahrrad Essen schlendernd kam man nicht umhin, wenigstens ein paar Sekunden am Stand des Schweizer Austellers Stromer innezuhalten und einen verstohlenen Blick auf das futuristische Design der innovativen E-Bike-Modelle zu werfen. Genauer handelte es sich um ein S-Pedelec, was eine hohe Anziehungskraft auf die Besucher ausübte. Ganz klar ausgemachte Zielgruppe des Händlers sind ambitionierte Pendler, die nicht nur Wert auf ein modernes Design legen, sondern vor allem auf Geschwindigkeit (hier bis zu 45 km/h), um kurze und mittlere Wegstrecken zu überwinden. An Hochleistungskomponenten wurde hier nicht gespart: Mit 814 Watt-Stunden ist im Steckenpferd Stromer ST2 die höchste Akku-Leistung am Markt verbaut. Der stolze Preis für das ST2 von 6.490 bis 8.990 Euro (je nach Produktlinie und Ausstattung) rechtfertigt sich wohl außerdem über allerlei technischen „Schnickschnack“ und durchweg verbaute Premiumkomponenten. Hier wurde bereits der Trend der Konnektivität zielstrebig verfolgt. Über ein im Rahmen des S-Pedelecs verbautes Elektromodul mit Display werden Daten über eine App an den Fahrer gespeist. Dieser kann den Diebstahlschutz via App steuern, eine GPS-Ortung vornehmen und andere Informationen zu Strecke, Leistung und Kapazität abrufen. Hier wird deutlich, dass der E-Bike-Markt nicht nur auf technischer Ebene ausgebaut wird. Durch Premiumausstattungen und Designhighlights werden E-Bikes und ihre schnelleren Verwandten zu echten Prestigeobjekten, die einem gut ausgestatteten Kleinwagen in puncto Innovation, Designfaktor und Preisklasse durchaus gleichkommen.

Mobil, mobiler, …

Mit der wachsenden E-Bike-Fangemeinde entstehen zwangsläufig neue Zielgruppen und somit auch neue, bisher unbeachtet gebliebene Bedürfnisse. Denn wer sich im weitesten Sinne „unterwegs“ mit dem E-Bike befindet, setzt voll und ganz auf die unkomplizierte Mobilität des E-Bikes. PKW-Fahrer, Boots-Besitzer und Wohnmobilurlauber stehen jedoch nach einer ausgedehnten Radtour vor der Herausforderung, die Akkus ihrer E-Bikes zeitnah wieder aufzuladen. Nur bisher ist es schwer, dabei auf Kabelsalat und eine umfangreiche Gerätesammlung zu verzichten, da viele Hersteller individuelle Geräte mit speziellen Anschlüssen liefern und man mit diesen zwangsläufig auf ein 230-Volt-Netz angewiesen ist. Der Aussteller Power-Butler hat diesen Missstand erkannt und bietet ein mobiles Ladegerät an, das den 12 Volt-Bordbatterie-Anschluss in PKW, Boot oder Wohnmobil nutzt und damit unterwegs für volle E-Bike-Akkus sorgt. Nach Bedarf können so zwei E-Bike-Akkus zeitgleich geladen werden. Der Powerbutler kostet je nach Ausführung recht schlanke 100 bis 200 Euro und ist dabei mit fast allen Akkutypen kompatibel. Wenn man nun bedenkt, autark mit dem Caravaner vor beeindruckender Kulisse zu campieren oder sich in schlecht erschlossenen Regionen im Ausland zu befinden, ist es ein beachtlicher Komfortgewinn, nicht zwingend eine Steckdose ausfindig machen zu müssen.

Wenn der Wind von vorne kommt – die Lindemanns auf dem Weg zum ersten E-Bike

Das F2-Pro E-Faltrad

Das F2-Pro E-Faltrad

 

Das F2-Pro E-Faltrad misst in gefaltetem Zustand 85 x 35 x 68 cm (L x B x H)

Das F2-Pro E-Faltrad misst in gefaltetem Zustand 85 x 35 x 68 cm (L x B x H)

Im Nu zusammengefaltet, ab in die Bahn, flott zum Dienst, auf Reisen locker flockig in den Kofferraum geschoben, klein, handlich, noch dazu innovativ und zugegebenermaßen ziemlich chic. Conny und Olaf Lindemann sind am Freitag mit klaren Vorstellungen auf die Essener Fahrradmesse gekommen. Nach gezielter Vorab-Recherche hat das fahrraderprobte Paar es genau auf das Eine abgesehen: das F2-Pro E-Faltrad. Nach einem kurzen Gespräch beim Aussteller bike2care geht es mit dem Objekt der Begierde sofort in Richtung Innenhof, wo ausgiebig Probegefahren werden kann. Und nicht nur der Faktor Fahrspaß scheint Conny Lindemann auf Anhieb zu überzeugen, auch die technischen Komponenten am Bike erfüllen die Anforderungen an ein Einstiegs-E-Bike in vollem Maße: sechs Fahrstufen, ein wartungsfreier 250-Watt-Hecknabenmotor, eine Schiebe- und Anfahrhilfe sowie ein leistungsstarker Akku mit der Kapazität von 540 Watt-Stunden, was einer realen Reichweite von 110 bis 130 km entspricht. Dabei wiegt das E-Faltrad ohne Akku 18 kg und misst in gefaltetem Zustand 85 x 35 x 68 cm (L x B x H). Auch in Sachen Komfort trumpft der kleine Alltagsbegleiter für knappe 1.800 Euro auf und lockt mit einer Parallelogramm-Sattelstütze, hochwertigen Federkomponenten und einer ebensolchen Lichtanlage. Besonders schlagkräftiges Kaufargument für Conny Lindemann: Zusammengefaltet ist das E-Falt-Rad mittels einer Trolley-Tasche transportierbar – ihre Augen leuchten.

Conny und Olaf Lindemann ließen sich beim Abenteuer E-Bike-Kauf begleiten: von der ausgiebigen Probefahrt, über die Fachberatung bis zum Verkaufsgespräch.

Conny und Olaf Lindemann ließen sich beim Abenteuer E-Bike-Kauf begleiten: von der ausgiebigen Probefahrt, über die Fachberatung bis zum Verkaufsgespräch.

Einige adrenalinbegleitete Proberunden später sattelt auch Connys Mann Olaf Lindemann auf und überzeugt sich von den Qualitäten des Bikes. Zweifelsohne für gut befunden. Was besonders Conny Lindemann am F2-Pro überzeugt, ist der hohe praktische Nutzen vereint mit der körperlichen Erleichterung. Denn hier hat sie zahlreiche Erfahrungswerte. Seit acht Jahren bestreitet sie ihren Arbeitsweg zu Fuß, herausfordernde Steigungen inklusive – das E-Bike könnte hier Erleichterung und Abwechslung bringen. Und Conny Lindemann wirft ein weiteres Argument in die Waagschale: „… weil wir Inselurlaub machen und da der Wind von vorne kommt.“ – Ganz klar, auf Reisen, zum Beispiel auf die Lindemann‘sche Lieblingsinsel Texel, ist das Falt-E-Bike ein toller Begleiter. Allerdings vorerst nur für Frau Lindemann, ihr Mann Olaf verschreibt sich weiterhin dem altbewährten Muskelkraftantrieb. Am Ende der Probefahrt auf der Fahrrad Essen stand für beide ein klares „Ja“ zum Kauf fest, wie mir Frau Lindemann konspirativ zuflüsterte, während ihr Mann sich unter vorgehaltener Begeisterung bereits in die Preisverhandlung gestürzt hatte.

Conny und Olaf Lindemann auf der Fahrrad Essen

Conny und Olaf Lindemann auf der Fahrrad Essen

 

PS: Auch das Team der Ammerländer Versicherung hat einen kleinen Messerückblick zur Fahrradmesse Essen veröffentlicht. Schaut doch mal vorbei.