In unserem heutigen Interview möchten wir euch wieder einen Weltreisenden Biker vorstellen. Allerdings ist er nicht etwa wie Denis und Tanja Katzer oder Susanne Brüsch auf dem E-Bike unterwegs. Nein. Nein. Der Radträumer erfüllt sich seinen Lebenstraum auf dem klassischen Weg: mit einem stinknormalen Drahtesel.

Als wir über die Geschichte des 68-Jährigen gestolpert sind, waren wir fasziniert von Walter und seiner Liebe zum Rad. So sind wir nun überglücklich, dass er einem Interview zugestimmt hat. Natürlich fällt das etwas aus dem Rahmen – immerhin berichten wir hier sonst nur von Pedelecs oder E-Bikes. Aber man darf ja auch den Ursprung nicht vergessen und der liegt nun mal im Fahrrad.

Schon seit 2011 auf Weltreise

Walter war schon immer sehr gern mit dem Radl unterwegs und hat auch weite Entfernungen zurückgelegt. So ist er beispielsweise von Mailand bis Barcelona gestrampelt. Das Radeln liegt ihm im Blut. Nach einem tragischen Schicksalsschlag wollte er sich endlich seinen Lebenstraum erfüllen:

„Das Radreisen fasziniert mich schon seit gut 30 Jahren. Schon mit meiner Frau Hanni, die 1996 während einer Marokko  Radtour verstarb, habe ich schon von einer gemeinsamen Radtour um die Welt geträumt. 2011 endlich habe ich mein erstes Leben hinter mir gelassen und bin losgefahren.“

Seine Reise hat über 3 Jahre angedauert, dabei hat er rund 65.000 Kilometer zurückgelegt. Startpunkt war in Dülken. Er fuhr über Österreich, die Türkei, Laos, Australien, Neuseeland… Sogar in den USA war er schon unterwegs (die kompletten Etappenziele könnt ihr seiner Webseite entnehmen).

„Die Landschaft mit allen Sinnen erleben“

Doch das war nur sein erster Streich. Walter ist nämlich bereits 2015 schon wieder aufgesattelt und hat im zweiten Teil seiner Rad-Weltreise Kenia, Simbabwe und Südafrika beradelt. Warum er das alles mit dem Rad macht:

„Das Rad als Fortbewegungsmittel ist ideal. Man „ERFÄHRT“ die Landschaften mit all seinen Sinnen und ist nah an den Menschen, was auch manchmal anstrengend sein kann. Morgens früh losfahren ohne zu wissen wo man abends sein Zelt aufbaut.“

Ganz im Gegensatz zu anderen Bikern, die ich kennengelernt habe, pflegt Walter sogar aktiv Kontakt zu weiteren Reiseradlern. Er hat diese beispielsweise auf seinen Touren kennengelernt und tauscht sich gern mit ihnen über Erfahrungen aus. Immerhin lerne man ja nie aus.

Ein Fahrrad voller Gepäck - mit reiner Muskelkraft betrieben

Copyright: Walter Leppers | radtraum.de

Die Neugier treibt ihn voran

Dieser Leitsatz wird wohl noch lange Zeit für ihn gelten, denn ein Ende seiner Reise ist erstmal nicht in Sicht: „Solange ich gesundheitlich und körperlich fit bin, denn nur so hat man auch den nötigen Mut und das Selbstbewusstsein um alleine durch fremde Länder und Kulturen zu reisen.“ Der 68-Jährige hat sich seine Neugier auf fremde Länder und Menschen bewahrt und wird weiterradeln, bis diese gestillt ist. Dabei erfährt er Unterstützung und Rückhalt durch seine Familie. So beseelt reist es sich dann auch gleich leichter um die Welt. Die gesamte Familie, Kinder und Schwestern sind für ihn da. Einige besuchen ihn sogar regelmäßig und treten dann während des Jahresurlaubs gemeinsam mit ihm in die Pedale.

Ein E-Bike? Braucht er (noch) nicht

Dabei kam ihm tatsächlich schon der Gedanke, vielleicht doch auf ein Pedelec oder E-Bike umzusatteln. Allerdings verwarf er den Gedanken wohl ebenso schnell wieder:

„Noch komme ich ohne Tretunterstützung aus und schätze es unabhängig von der Steckdose durch die entlegensten Teile der Welt zu pedalen.“

Vielleicht darf man an dieser Stelle erwähnen, dass es auch ohne Steckdose geht – wenn man das richtige Equipment (beispielsweise Solar-Anhänger) dabei hat.

Aktuell befindet sich Radträumer Walter wieder in Deutschland. Wir sind aber sicher, dass es ihn schon bald wieder auf den Sattel ziehen wird und er seine Reise fortsetzen wird. Schon für den Januar 2017 ist eine Reise nach Myanmar, Nepal und Indien geplant. Wer ihn dabei begleiten möchte, kann gern in seinem Internet-Reisetagebuch vorbeischauen, welches er extra für Familie, Freunde und alle Reiserad-Fans angelegt hat.

Wir wünschen Walter weiterhin frohe Fahrt und, dass er noch lange Zeit fit bleiben wird, um seine Reise fortzusetzen!