Kürzere Tage, Regen,Wind, sinkende Temperaturen. Es ist amtlich: Die ungemütliche Jahreszeit steht an. Da ist es wichtig, unterwegs gut eingepackt zu sein. Beim Thema Regenschutz und richtige Kleidung auf dem E-Bike gibt es Details, die man schnell vergisst. Drei Tipps, wie ihr gut eingepackt durch Regen und Kälte kommt:

Ungemütlich: Im Herbst und Winter wird es auf dem E-Bike oft nass. Foto: Bakinbardi/Pixabay.

Ungemütlich: Im Herbst und Winter wird es auf dem E-Bike oft nass. Foto: Bakinbardi/Pixabay.

Tipp 1: Bei Regenjacken auf Details achten

Die Zwei Zauberworte in Verbindung mit Regenjacken sind „Wassersäule“ und „Atmungsaktivität“ (bzw. Dampfdurchlässigkeit). Erstere ist das Maß dafür, wie lange der Stoff/die Membran standhält bis das Wasser von außen durchkommt. Laut europäischer DIN-Norm gilt eine Jacke ab einer Wassersäule von 1.300 mm als wasserdicht.  Im Outdoorladen meines Vertrauens habe ich gelernt, dass 15.000 mm ratsam sind, wenn man auch bei Wind/Regen und längeren Fahrten trocken bleiben möchte. Atmungsaktivität bedeutet, dass verdunstende Feuchtigkeit von innen nach außen gelassen wird.

Reißverschluss & Nähte

Aber die besten Werte nützt nichts, wenn die Details der Jacke nicht stimmen. Zum Beispiel sollte der Reißverschluss verdeckt sein. Oder noch besser: Gummiert. Gerade wenn ihr flott mit dem E-Bike unterwegs seid und es schüttet, „drückt“ das Wasser aufs Material. Dann ist ein ungeschützter Reißverschluss eine Schwachstelle, durch die das Wasser in die Jacke dringen kann. Auch wenn die Jacke an sich nicht durchgeht, werdet ihr dann trotzdem nass. Ähnlich sieht es mit den Nähten aus. Sie sollten getapted bzw. verschweißt sein.

Tipp 2: Richtig anziehen – Macht es wie das Schaf

Eine gute Jacke schützt euch gegen Niederschlag. Sie verhindert aber nicht völlig, dass euch warm wird bzw. ihr schwitzt. Sie wirkt nur begünstigend auf das Körperklima. Schwitzt ihr, kommt mit dem Abkühlen das Frieren bzw. Verkühlen. Grundsätzlich hilft die richtige Anziehstrategie. Sicher habt ihr schon einmal vom Zwiebelprinzip gehört:

  1. Körpernahe Schicht (Baselayer): Klimaregulierend
  2. Mittlere Schicht: Wärmeisolation (z.B. Fleecejacke)
  3. Äußere Schicht: Wetterschutz (je nach Klima/Wetter)

Die Kombination aller Schichten bewirkt, dass ihr nicht nur wettergeschützt, sondern auch warm eingepackt seid. Was man neben dem Thema Wetterschutz oft vergisst: Schicht Nummer eins ist wichtig, wenn ihr euch gegen das Verkühlen schützen wollt. Wird sie klamm, fröstelt ihr. Hier schwächelt die Alltagskleidung. Baumwolle zum Beispiel: Sie nimmt die Feuchtigkeit wenn ihr schwitzt zwar auf, gibt sie aber nicht schnell genug ab. Ihr kühlt nach der Bewegung aus. Außerdem bilden sich Gerüche. Ihr könnt für solche Fälle natürlich Wechselkleidung einpacken oder im Büro deponieren. Oder: Ihr macht es wie das Schaf, denn Wolle wirkt klimaregulierend.

Natürlich und klimaregulierend: Wolle. Foto: Reetdachfan/Pixabay

Natürlich und klimaregulierend: Wolle. Foto: Reetdachfan/Pixabay.

Baselayer aus Merinowolle

Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an Funktionswäsche/Shirts aus Merinowolle, die sich den Effekt zu Nutzen machen. Mit diesem Material als körpernahe Schicht verkühlt ihr nicht so schnell. Es ist weich (also gemütlich) und leicht – ich spreche aus Erfahrung 🙂 . Außerdem bilden sich Gerüche deutlich langsamer. Die Kleidungsstücke sind pflegeleicht, sodass ihr sie in die Waschmaschine geben könnt. Übrigens funktioniert die ausgleichende Wirkung auch bei warmen Temperaturen, was gut für den Wechsel in beheizte Räume (z.B. das Büro) ist, aber auch für den Sommer.

Nierenwärmer

Ich habe auch gute Erfahrungen mit einem Nierenwärmer aus Schurwolle gemacht. Einfach angelegt, nachdem ich am Ziel angekommen war und er hielt mich warm. Andere tragen ihn auch dauerhaft. Klingt ein bisschen wie Omas Trickkiste, aber mittlerweile gibt es gute (und schicke) Produkte, zum Beispiel aus gewalkter Schurwolle. Meiner ist allerdings selbst gestrickt 😉

Tipp 3: Regengamaschen für die Füße

Wir schützen uns von oben bis unten, vergessen aber häufig die Füße. Ich fahre bei Regen mit Regenhose, da sie mehr Schutz bietet als z.B. Rainlegs. Ein Poncho flattert mir zu sehr. Aber auch die Regenhose hat einen Haken: Das Wasser rinnt nach unten in die Schuhe. Das gibt nasse Socken und Füße. Unangenehm, vor allem auf dem Weg zur Arbeit/zu einer Verabredung.  Für solche Anlässe eignen sich aus meiner Sicht auch Gummistiefel oder regendichten Wanderschuhe nicht. Da ich kein Fan von Überschuhen bin (und erst Recht nicht vom Lifehack „Tüten an den Füßen“) ist meine Lösung: Regengamaschen. Es gibt sie in verschiedenen Varianten (knie-/knöchellang, Overknees). Meine sind knöchellang, von innen mit PVC beschichtet und haben einen Reflektor an der Ferse. Die Gamaschen werden um die Schuhe gelegt. Fixiert wird unter der Sohle mit Riemen und Klett bzw. hinten mit einem breiten Klettverschluss. Ein Gummibund über dem Knöchel hält die Gamasche.

Regengamaschen für trockene Füße. Foto: E-Bike on Tour.

Regengamaschen für trockene Füße. Foto: E-Bike on Tour.

Gewöhnungssache

Die ersten Male fühlt es sich seltsam an, so etwas um die Füße zu haben. Lustig sind zunächst auch die Blicke anderer Menschen, wenn man so von oben bis unten eingepackt zum Rad geht 😉 . Auch das Stoppen, z.B. an der Ampel, war zuerst ungewohnt. Ich habe mich daran gewöhnt – und mich über trockene Schuhe, Hosenbeine und Füße gefreut.

Was sind eure Tipps in Sachen Regenschutz und richtige Kleidung auf dem E-Bike? Teilt gerne eure Erfahrungen mit uns.

Wie ihr sicher mit dem E-Bike durch Herbst und Winter kommt, könnt ihr hier nachlesen 🙂

 

Quelle Titelfoto: 445693/Pixabay.