Ein qualitativ hochwertiges E-Bike kostet mindestens zwischen 1.500 und 1.700 Euro. Teure Modelle können bis zu 5.000 Euro und mehr kosten. Da steht Sicherheit natürlich an erster Stelle. Doch wie biete ich für mein E-Bike den optimalen Diebstahlschutz?

Teure Fahrradschlösser müssen nicht unbedingt gut sein

Wie bei einem normalen Fahrrad sind Schlösser natürlich unumgänglich. Man kann zwischen Stahlbügelschlössern, Panzerkabelschlössern und Kettenschlössern in verschiedenen Größen und Preisklassen wählen. Dabei sollte auf die Verarbeitung des mechanischen Schlosses geachtet werden: Je größer und schwerer, umso sicherer soll es sein. Hierzu kann man sich beispielsweise beim VdS (Vertrauen durch Sicherheit) informieren, der auf seiner Webseite eine Liste mit anerkannten Zweiradschlössern veröffentlicht hat. Prinzipiell gilt: Die Anschaffung eines Radschlosses sollte in etwa bei 5 bis 10 Prozent (maximal 200 Euro reichen in der Regel aus) des Fahrradwertes liegen.

Kleiner Trick: Das Fahrradschloss sollte möglichst hoch angebracht werden. Viele Diebe setzen auf Bolzenschneider. Durch den Kontakt zum Boden wird ihre Arbeit erleichtert, sodass sie das Schloss quasi mit ihrem Körpergewicht knacken können.

Auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte, so passiert es immer wieder: Wer sein Fahrrad abschließt sollte darauf achten Vorder- oder Hinterrad (inklusive Rahmen) an einen festen Gegenstand anschließend. Das integrierte Rahmenschloss reicht nicht aus! Es macht natürlich auch wenig Sinn, lediglich ein Rad am Rahmen zu befestigen. Dadurch kann das E-Bike zwar ebenfalls nicht gefahren werden, doch lässt es sich ohne großen Kraftaufwand wegtragen. Wenn der Dieb mit einem Anhänger vor Ort ist, verschwindet das Rad unbemerkt auf Nimmerwiedersehen.

E-Bike vor Diebstahl schützen

Räder vor Diebstahl schützen – Auch Fenstergitter eignen sich gut.

Codierungen können abschreckend wirken

Wer auf Nummer sichergehen möchte, sichert sein E-Bike mit zusätzlichen Codierungen in Form eines speziellen Aufklebers oder auch Gravuren. Aber aufgepasst: Diese sollten vorab mit der jeweiligen Versicherung abgesprochen werden. Eine Gravur kann bei Alu-Rahmen als „Totalschaden“ zählen. Die Ammerländer Versicherung empfiehlt, den Rahmen vom Fachmann beispielsweise am Sitzrohr kurz über dem Tretlager gravieren zu lassen. Dann bleibe der Versicherungsschutz der Fahrrad-Vollkaskoversicherung auch bestehen. Der verschlüsselte, personenbezogene Code wird bei der Fahndung eingesetzt und soll dazu dienen, dass die Langfinger gar nicht erst auf die Idee kommen das Rad mitgehen zu lassen. Im Ernstfall lässt sich so das E-Bike auch wieder zum Besitzer zurückbringen, wenn es rechtzeitig aufgefunden wird.

Das E-Bike büßt ebenfalls in seiner Attraktivität für Diebe ein, wenn der Akku nicht am Rad vorhanden ist. Ohne diesen ist es praktisch wertlos, daher sollte der Akku gerade bei längerer Abwesenheit mitgenommen werden. Wer kann, sollte das Rad zudem immer auf öffentlichen Plätzen abstellen, auf denen reger Publikumsverkehr herrscht. Noch besser ist, wenn man sein Bike stets im Auge halten kann, beim Ausflug an den See etwa.

Anmerkung: Die Möglichkeiten eines „Trackings“ und der Communities stellen wir demnächst in einem gesonderten Beitrag vor. Dabei kommen wir beispielsweise auch auf „insect“ zu sprechen und wie man sein Bike via Smartphone wiederfinden kann.

Was tun, wenn das E-Bike geklaut wird?

Sollte der ärgerliche Fall eines Diebstahls dennoch eintreten, hilft nur ein umfassender Versicherungsschutz. Beispielsweise bietet die Ammerländer Versicherung neben der Übernahme von Verschleißschäden (bis zu drei Jahre) sowie Feuchtigkeits- und Elektronikschäden an Akku, Motor und Steuerungsgeräten auch eine Diebstahlversicherung an. Das alles kann als Fahrrad-Vollkaskoversicherung als Rundum-Schutz abgeschlossen werden. Weitere Details zu Fahrradversicherungen haben wir in unserem Beitrag über „Für wen lohnt sich eine Fahrradversicherung?“ zusammengetragen.

Wer der Polizei die Arbeit nach der Fahndung erleichtern möchte, sollte vorbereitet sein und diese Informationen bereithalten:

  • Rechnung des Fahrrads
  • Rahmennummer
  • Außergewöhnliche Merkmale (besondere Klingel, Kratzer etc.)
  • Fahrradpass (dafür gibt es sogar Apps)
  • Foto des Fahrrads

Merke: Wer ein teures E-Bike besitzt, sollte keine Kosten und Mühen scheuen, um im Ernstfall bestens gewappnet zu sein. Die Neuanschaffung eines E-Bikes ist in der Regel teurer, als das Bike vor Diebstahl abzusichern. Allerdings kann man sich tatsächlich nur vor „Gelegenheitsdieben“ wirklich absichern. Einem echten Profi kann weder ein Schloss, noch eine Gravur trotzen. In diesem Fall kann eigentlich nur noch eine Versicherung helfen, die den Neuwert eines gleichwertigen Rades abdeckt.