Besonders Pendler nutzen gerne das Faltrad, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit Teilstrecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen möchten. Immer dabei: Das Ladegerät für den Akku, damit man auf dem Heimweg nicht plötzlich „stecken“ bleibt. Das ist natürlich nicht besonders komfortabel, besonders, wenn die Aktentasche auch noch mit muss. Dieses Problem könnte aber schon bald der Vergangenheit angehören: Das österreichische Vello Bike+ lädt sich nämlich ganz bequem während der Fahrt auf.

Es klingt erstmal unwirklich: Ein Pedelec, welches sich während der Fahrt selbst auflädt? Sind Ladegeräte ab sofort passé? Ein Traum, der seit einigen Jahren geträumt wird. Fakt ist, dass das e-Faltrad über einen Smart Wheel Hinterrad-Antrieb (von Zehus) verfügt. Darin steckt das „Kinetic Energy Recovery System“ (KERS) – hierbei wird die Energie, die beim Treten eingesetzt wird, teilweise in einen Stromspeicher abgeführt, die wiederum verwendet werden kann. Ähnlich verhält es sich bei der Bremsenergie. Noch vor ein paar Jahren war man sich in der Szene einig: Selbstaufladende E-Bikes wird es nicht geben. Das haben sich Valerie Wolff and Valentin Vodev nicht zweimal sagen lassen:

„We are changing this with the VELLO BIKE+ as it allows up to 100% recharging while riding the bike.“ (Zitat: Valentin Vodev) *

So funktioniert das Vello Bike

Statt der Nabe im Hinterrad wird das Smart Wheel inklusive KERS verbaut. Mit dabei ist ein 160W Akku, ein Motor sowie eine Steuerung, die alle miteinander verbunden sind. Es wird keine weitere Energiequelle benötigt. Damit eine effektive Tretunterstützung erreicht wird, kommen vier Sensoren zum Einsatz: Sie nehmen Daten zur Geschwindigkeit, Kadenz und Tretleistung auf, um den Energiezufluss zu berechnen. Per App auf dem Smartphone kann beispielsweise eingestellt werden, wie sehr der Motor die eigene Fahrleistung unterstützen soll. Eine elektrische Tretunterstützung ist übrigens kein Muss. Das Rad kann auch ohne Motorsupport gefahren werden. Insgesamt soll die Reichweite rund 30 bis 50 Kilometer betragen, wenn man kontinuierlich mit 25km/h unterwegs ist.

Das Faltrad soll innerhalb kürzester Zeit zusammenfaltbar sein und besitzt sogar einklappbare Schutzbleche und einen Gepäckträger. Natürlich sind auch Vorder- und Rücklichter angebracht – so ist es voll verkehrstauglich.

Facts zum Vello Bike

  • Gewicht: 10,9 Kg (Titan) oder 9,9 Kg (Carbon)
  • Größe: 54 cm x 72 cm x 23 cm (gefalten)
  • Preis: 1.799 Euro
  • Verfügbarkeit: Ab April 2017 (voraussichtlich)

Hintergründe zum E-Faltrad

Das Bike wurde durch eine Kickstarter-Kampagne finanziert. Ziel waren 80.000 Euro – mittlerweile haben sich über 300.000 Euro angesammelt. Die Unterstützer scheinen mehr als überzeugt von dem Bike. Wir sind gespannt, wie sich das Vello Bike in den ersten „echten“ Testfahrten machen wird. Ab April 2017 soll es  für 1.799 Euro im Handel zu ergattern sein. Wer das Projekt unterstützt, und sich bis Ende der Kampagne (6. November 1016) zu einem Kauf entscheidet, kann das Bike zu 1.599 Euro erhalten.

*Übersetzt: „Wir verändern das mit dem Vello Bike +, welches sich zu 100 Prozent allein über das Treten aufladen lässt“.