In meiner Lieblings-Pedelec-Gruppe hat sich ein Mitglied über sein neues JobRad gefreut. Aus den Reihen kam direkt die Frage „Was ist ein JobRad denn?“ auf. Einen Dienstwagen kennt jeder, ein JobRad oder auch „Dienstfahrrad“ hingegen nicht. Daher möchte ich euch heute kurz die Möglichkeit eines „Dienst-Pedelecs“ vorstellen und warum ich denke, dass es eine lohnenswerte Alternative zum Auto ist.

Bereits 12 Prozent ersetzen das Auto durch das Pedelec

Bei einer aktuellen Studie zum Thema E-Bikes und Co. sähen rund 50 Prozent der Befragten im Pedelec eine sinnvolle (Teil-)Alternative zum Auto. Gut ein Drittel sind sogar überzeugt davon, dass ein Pedelec das Auto im Straßenverkehr weitestgehend ersetzen könnte. Die Teilnehmer der Studie leben und lieben ihre Pedelecs: Immerhin ersetzen bereits 12 Prozent der Befragten das Auto durch das Pedelec. Das geht, wenn man denn nur will.

Man stelle sich vor, dass sich diese Werte verdreifachen und Pedelecs tatsächlich vermehrt genutzt werden würde. Die morgendlichen Staus in den Städten wären damit um ein Vielfaches gemindert – vielleicht sogar passé. Vom eingesparten Smog und der positiven Umweltbilanz gar nicht erst zu reden. Jeder, der morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, weiß, dass dabei etliche Minuten Zeit verschenkt werden – vom Stress mal ganz abgesehen.

Das Leasing winkt mit Steuervorteilen

Wie kann man das also umgehen? Indem man umdenkt und umsattelt. Der Wechsel vom Auto auf das Fahrrad wird oft mit großen Anstrengungen verbunden. Verschwitzt will keiner auf der Arbeit ankommen – verständlicherweise. Allerdings kann man dies mit den Pedelecs umgehen, wenn man sich für ein gemütliches City-Rad entscheidet und nicht unbedingt im Rennmodus zur Arbeit sprintet. Ihr könnt tatsächlich etwas für eure Gesundheit tun, euch fit halten und Kosten sparen, ohne schweißgebadet in der Arbeit zu erscheinen.

Doch auch der finanzielle Aspekt ist für viele ein Grund auf das Rad zu verzichten: Ein Auto besitzen sie meist sowieso, ein Pedelec müsste erst teuer angeschafft und gewartet werden. Die Alternative – die nur wenige kennen – ist das Dienstrad. Das kommt unterm Strich viel günstiger, da in den Leasing-Gebühren Versicherungs- und Wartungskosten meist schon enthalten sind.

Das Pedelec ist der neue Dienstwagen

Ein Dienstrad kann ein normales Fahrrad, Pedelec oder E-Bike sein. Der Arbeitnehmer kann sich beim Arbeitgeber informieren, ob Diensträder bereits angeboten werden, oder nach der zusätzlichen Leistung fragen. Für den Arbeitgeber ergeben sich Vorteile durch die „1%-Regel“, ein gutes Argument, wenn man den Chef erst überzeugen muss. Diese ist vielen nur von Dienstwagen bekannt, doch seit dem Jahr 2012 gilt das sogenannte Dienstwagenprivileg (§ 8 Absatz 2 Satz 2 EStG ) nun auch für Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes. Durch die Bereitstellung des Rades ergibt sich ein geldwerter Vorteil, der mit einem Prozent (Brutto-Listenpreis) versteuert wird. Der Arbeitsweg muss (im Gegensatz zum Weg mit Dienstwagen) nicht versteuert werden – zum Vorteil für den Arbeitgeber.

Der Arbeitnehmer entscheidet sich dafür, dass er auf einen Teil des Gehalts (Gehalts- oder Barlohnumwandlung) verzichtet und stattdessen einen Sachbezug erhält. Das ist der Leasinggegenstand, also hier das Dienstrad. Der Arbeitgeber behält die monatliche Leasingrate einfach vom Gehalt ein. Diese kann natürlich auch vom Arbeitgeber bezuschusst werden, um eine faire Bezuschussung aller Mitarbeiter zu gewährleisten und Anreize zu schaffen. ABER: Das Leasen eines Dienstrades ist oft erst bei teureren Modellen ab 1.000 Euro sinnvoll. Ein gutes Pedelec darf gern auch 1.500 Euro und mehr kosten, das würde passen. Wer ein normales Rad kaufen möchte, sollte vorab durchkalkulieren, ob sich das Leasing auch lohnt.

Die Qual der (Aus-)Wahl

Im Netz gibt es bislang nur wenige Anbieter für Diensträder. Es ist sinnvoll, diese und deren Angebote untereinander zu vergleichen, sollte der Arbeitgeber noch keine Diensträder anbieten. Die Verträge unterscheiden sich oft in Angebotsumfang und Möglichkeiten. Geläufige Anbieter sind beispielsweise mein-dienstradJobRad oder lease-a-bike.

Wenn die Formalien geklärt sind, die Entscheidung für einen Anbieter gefallen ist und die Unterlagen vorbereitet sind, kann sich der Arbeitnehmer bei einem Vertragshändler sein individuelles Wunschrad aussuchen und losradeln. Die letzten Formalien werden einfach mit dem Händler vor Ort abgeklärt. Besonders attraktiv: Der Arbeitnehmer darf mit dem Leasing-Rad nicht nur zur Arbeit fahren, sondern auch private Erledigungen und Ausflüge machen (der Unfall- und Diebstahlschutz sollte allerdings vorab genau abgeklärt werden).

Günstige Restsummen machen Leasingräder attraktiv

Nach Ablauf der Leasing-Zeit (meist 3 Jahre), kann das Rad dann zur Restsumme (bei manchen Anbietern 10% des Original-Kaufpreises) übernommen werden. Dabei sind Einsparungen bis zu 40 Prozent im Gegensatz zum Kauf möglich. Oder man sucht sich einfach ein neues Rad aus. Klingt das nicht verlockend? Kein Stau mehr, kein Stress, kein Schweiß, fit bleiben und auch noch sparen. Klingt nach einem Wunschkonzert. Kann aber tatsächlich möglich gemacht werden, wenn vorab gute Recherche betrieben wird.

Alle Vorteile auf einen Blick

  • Positiver Beitrag zum Umweltschutz
  • Günstige Alternative zum Auto
  • Durch Steuervorteile Geld sparen
  • Räder sind beruflich und privat nutzbar
  • Keine hohen Anschaffungskosten
  • Geringe Restsumme
  • Förderung der Gesundheit und Fitness
  • Keine lästige Parkplatzsuche
  • In der Stadt schneller unterwegs (bei Wegen < 5 Kilometer)
  • Den Berufsverkehr stilvoll umfahren
  • Kein Stress oder Schweiß
  • Große Auswahl an Modellen beim Vertragshändler
  • Versicherungsschutz, Reparatur und Wartung inklusive
  • Regelmäßig neue Räder möglich

Wer mehr zu den Steuervorteilen beim Dienstrad wissen möchte, sollte sich auf jeden Fall bei Blogs von Steuer-Experten einlesen oder aber wirft einen Blick in den Video-Beitrag von ZDF heute. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann erklärt hier die Vorteile des Dienstrads an einem einfachen Rechenbeispiel. Wenn ihr weitere Anbieter für Diensträder kennt, könnt ihr uns gern einen Kommentar hinterlassen. Wir freuen uns auch über eure Erfahrungswerte mit Dienst-Pedelecs.

PS: Ein Dienstrad ist auch für Selbstständige und Freiberufler möglich! Über die jeweiligen Konditionen müsstet ihr euch aber dann bei den Anbietern selber informieren.