Gerade noch hat man unter den typischen Radfahrer-Problemen der dunklen Jahreszeit gelitten, sich durch Kälte, Nässe, Dunkelheit gekämpft und plötzlich klettert das Thermometer wieder auf 30 Grad im Schatten. Die Hitze flimmert über dem Asphalt, es riecht nach Sommer und gemähtem Gras und ist bis tief in den Abend hell: Die schönste Zeit für jeden Rad-Liebhaber, ob elektrisiert oder nicht. Aber gerade bei Sonnenschein gibt es Einiges zu beachten, um die Sommermonate unbeschadet zu überstehen.

Das Bike startklar machen

Egal, ob euer Bike den Winter im Keller oder auf den Straßen verbracht hat, bevor es auf die erste große Tour geht, sollte ein Rundum-Check-Up durchgeführt werden. Diesen kann ein Profi im Fachgeschäft eures Vertrauens für euch erledigen, er ist aber genauso gut Zuhause möglich. Oberste Priorität haben dabei die Reifen: Seid ihr euer Fahrrad im Winter viel gefahren, solltet ihr prüfen, ob noch ausreichend Profil vorhanden ist. Der Gesetzgeber schreibt für S-Pedelecs bis 45 km/h Unterstützung eine Profiltiefe von mindestens einem Millimeter vor, dies ist auch für andere Modelle ein sinnvoller Richtwert. Wenn das E-Bike oder Pedelec im Keller überwintert hat, sollte auf jeden Fall der Reifendruck geprüft werden. Weiterhin wird empfohlen, die Steckverbindungen der stromführenden Kabel trocken zu säubern. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Pflegemittel, die reinigen, ohne die Elektronik anzugreifen.

Vor der Tour

Der hohe Fahr-Komfort mag darüber hinwegtäuschen, aber auch Pedelec-Fahren ist Sport und kann bei sommerlichen Temperaturen auf den Kreislauf schlagen. Besonders ältere Menschen, die ohnehin körperlich beeinflusst sein, sollten Vorsicht walten lassen und auf die Signale ihres Körpers hören. Gute Vorbereitung der Tour ist deshalb auch im Sommer unverzichtbar. Eine vor der Sonne schützende Kopfbedeckung ist durch den Helm ja bereits gegeben; für die warmen Monate bietet sich ein leichteres Modell mit vielen Lüftungsschlitzen an. Auch der restliche Körper, vor allem Oberschenkel, Arme, Waden und Nacken sollten durch leichte Textilen oder mindestens eine Sonnencreme mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor geschützt sein. Ebenfalls unverzichtbar auf jeder Tour ist ein ausreichend großer Trinkvorrat. Experten raten, bei Temperaturen über 30 Grad die Flasche schon anzusetzen, bevor man überhaupt Durst verspürt. Neben Wasser eignen sich am besten lauwarme Tees, leichte Schorlen und isotonische Sportlergetränke.

Trinken und Pausen – Das A und O

Je nach individueller körperlicher Verfassung, der gewählten Strecke und der Temperatur sollte mit einem Verbrauch von 0,5 bis 1 Liter pro Stunde gerechnet werden. Dementsprechend sollte der Trinkvorrat kalkuliert werden. Mindestens ebenso wichtig wie genügend Flüssigkeit, sind ausreichend viele Pausen. Als Hobby-Radler solltet ihr bei sommerlichen Temperaturen ohnehin auf sportliche Höchstleistungen verzichten, sondern lieber auf euren Körper hören und rechtzeitig Rast einlegen. Oft reichen schon 10 Minuten: Im Schatten einen Schluck trinken und sich die Beine vertreten, das hilft auch gegen die schmerzenden Füße, mit denen manche Radfahrer im Sommer zu kämpfen haben. Sollten regelmäßige Pausen nicht zu einer Besserung führen, gibt es im Fachgeschäft eures Vertrauens auch spezielle Einlegesohlen, welche die Füße entlasten.

Tipps zum Schluss für die gelungene E-Bike Sommer-Tour

Generell empfiehlt es sich, Radtouren auf den Vormittag zu legen. Dann sticht die Sonne noch nicht allzu sehr und hat Landschaft und Luft noch nicht komplett aufgeheizt. Das ist besonders ratsam, wenn ihr eure Kinder im Anhänger dabeihabt. Außerdem kann man so einer hohen Ozon-Belastung aus dem Weg gehen: Ozon reizt die Atemwege, insbesondere langfristige körperliche Anstrengung sollte bei höheren Ozonkonzentrationen, die vor allem zwischen 11 und 19 Uhr auftreten, vermieden werden. Solltet ihr eine Tagestour planen, ist es ratsam, zur Mittagszeit eine oder mehrere längere Pausen einzulegen. Und noch ein letzter Tipp zum Schluss: Montags und dienstags haben viele Biergärten und Restaurants Ruhetag. Wenn ihr also eine Tour Anfang der Woche plant, prüft vorher potentielle Einkehr-Möglichkeiten auf ihre Öffnungszeiten oder nehmt einen ausreichenden Vorrat an Getränken mit.